Ein Tisch ist ein Tisch

Von Severin Dunser

Der Realraum spielte in Lia Guluas Werk immer schon eine tragende Rolle. So ist sie stets versucht, durch ihre Installationen die psyche des Betrachters offenzulegen, sie durch Manifestieren in den Dingen dem Rezipienten als Faktor in der Wahrnehmung zu offenbaren.
Bisher verwendete sie dazu Mobel, etwa das Bett. In einer Installation hat sie ein solches in einem 45°-Winkel verkrummt, es seiner Funktion beraubt. Der darin Schlafende muss sich krummen um uberhaupt liegen zu konnen- ein Gefuhl der Mudigkeit und Schlaflosigkeit schleicht sich ein.
Perspektivisch verzerrt zeigt sie das andere Mal ein Bett. Hier in einem sterilen Raum, mit Neonrohren ausgeleuchtet. Das Schlafzimmer mutiert zu einer halluzinogenen Krankenstation, keimfrei aber entstellt schafft sie einen psychosomatischen Albtraumzustand.
Durch leichte Veranderungen erreicht sie eine vollige Neuinterpretation der betrachteten Raumsituation. Ein Raum der Ruhe, Kontemplation und Leidenschaft kehrt sich ins Gegenteil um-die Raumqualitaten werden andere. Diese wiederum bilden sich erst uber den Betrachter selbst. Es sind nicht die Raume, die durch ihre physische Realitat einen Raum zum Raum machen, sondern die subjektive Wahrnehmung jedes einzelnen.
Objekt+Subjekt=Raum